Am Helgasjön mit Oberflächenködern

Bereits vor einigen Jahren habe ich auf meiner Website einen Bericht über den Helgasjön veröffentlicht. Im Laufe der Zeit ist mir dieser See vertraut geworden. Ich sehe ihn jeden Tag und für mich ist er der schönste See in ganz Småland.

Es gibt kein Gewässer, an dem ich mehr Zeit verbracht habe. Der Helgasjön hat meine Geduld oft auf die Probe gestellt, mir aber auch meine schönsten Momente geschenkt. Es ist wie mit einem Lieblingsköder: Weil man ihm vertraut, fängt man die meisten Fische mit ihm – und weil man so gut fängt, schenkt man ihm immer wieder das Vertrauen.

Dennoch reizt es mich auch sehr, neue Gewässer kennenzulernen. Es sind zwei Seiten derselben Medaille: Einerseits ist es immer spannend, neue Gewässer zu befischen. Andererseits bietet ein See wie der Helgasjön – mit seinen knapp 50 km², vier Fjorden, unzähligen Inseln und einer extrem abwechslungsreichen Unterwassertopographie – immer wieder die Möglichkeit, Neues zu entdecken.

Ein Aspekt über den ich noch nicht geschrieben habe ist das Angeln mit Oberflächenködern am Helgasjön. Teil dieses Artikels ist eine Karte mit markierten Spots.

  • Vom Boot aus: Hier gibt es natürlich unendlich viele Plätze, an denen man Hechte und Barsche hervorragend an der Oberfläche fangen kann. Die Karte dient dabei als erster, hilfreicher Wegweiser.
  • Vom Ufer aus: Gute Plätze für das Uferangeln sind am Helgasjön eher selten. Sehr gut ist die Landzunge „Jägaregap“. Ein Kiesstrand und ein vorgelagerter Schilfgürtel in Wurfweite bieten hier optimale Bedingungen.

Tipp: Diese Plätze eignen sich übrigens auch hervorragend, um mit der Fliegenrute auf Hecht zu fischen – aber das ist eine andere Geschichte.

Als Köder für das Oberflächenfischen verwende ich am liebsten Darter-Sticks bzw. Pencilbaits, die eine ausgeprägte Zick-Zack-Aktion (Walking the Dog) haben.

Darüber hinaus gibt es mittlerweile sehr spannende Topwater-Swimbaits, Froschimitationen und natürlich den klassischen Popper. Letzterer lässt sich von allen Oberflächenködern am variantenreichsten fischen, da sich das typische Plopp-Geräusch durch das Variieren des Tempos stark verändert. Da die Fische jeden Tag anders reagieren, lohnt es sich immer, verschiedene Modelle zu testen.

 Ich achte außerdem tagsüber darauf, Köder mit einem möglichst dunklen Bauch zu fischen, da der Kontrast gegenüber dem hellen Himmel von untern dann am stärksten ist. Und gerade Hechte sind nicht sehr entschlussfreudig. Sie folgen dem Köder oft über längere Strecken, deswegen Fische ich die Würfe aus bis unter die Rutenspitze.

Und geht wirklich ins Schilf, viele Oberflächenköder haben einen Hakenschutz, so dass man sie relativ problemlos durch ein Schilffeld navigieren kann, viel kontrollierter als Köder, die nicht an der Oberfläche laufen.

Im Schilf ist man wirklich dort, wo die Musik spielt und tatsächlich angeln noch immer relativ wenig Angler mit Oberflächenködern, der Angeldruck ist in diesem Bereich des Angelns nicht so groß und zur richtigen Zeit ist es keine Seltenheit, dass der Köder quasi bei jedem Wurf attackiert wird – und natürlich bringt nicht jede Attacke ein Fisch. Manchmal schießt der Hecht komplett am Köder vorbei und steht quer über dem Wasser in der Luft, oder wir schlagen an, da wir die Attacke sehen, aber zu früh, das Wasser schäumt zwar schon auf, aber der Hecht hat den Köder noch nicht erreicht. Lasst euch also etwas Zeit mit dem Anhieb. In jedem Fall ist das Fischen mit Oberflächenködern unglaublich aufregend, dabei spielt es keine Rolle, dass Fische jenseits der 80 cm Marke eher die Ausnahme sind.

Wichtig ist es zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein. Wenn die Wasseroberfläche durch den Wind gebrochen ist oder der Himmel bewölkt, kann man tagsüber sehr schön mit Oberflächenködern auf Hecht angeln. Ich mag auch sehr die Abendstunden, wenn du Sonne noch ein gutes Stück über dem Horizont steht, aber wegen des bereits flacheren Winkels weniger Licht im Wasser ist. Oft hat sich der Wind am Abend etwas gelegt und auch wenn ich tagsüber beim Hechtfischen einen Mix aus Sonne, Wind und ein bisschen Regen zwischendurch sehr schön finde, ist es später am Tag, wenn nur noch wenig Licht im Wasser ist kaum ein Nachteil für die Bissfrequenz, wenn alles ruhiger wird und die Atmosphäre eines solchen Sommerabends ist magisch. Wenn der Himmel langsam orange wird und das Wasser silbern und relativ still vor einem liegt und plötzlich – in die Stille hinein – ein Hecht die Wasseroberfläche durchbricht und den Köder attackiert, dann ist man ganz da, beim Fischen am Wasser.

 

 

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