Der Furen

Wenn man mit dem Auto nordwestlich von Växjö in Richtung des kleinen Städtchens Moheda fährt, dessen Attraktion der große Loppis ist, der an jedem Samstag und Sonntag von 12:00 bis  17:00 Uhr seine Pforten öffnet, kann man den Furen sehen. Der kleine See (3,5 qm2) liegt – verschlafen eingebettet in die småländische Landschaft – an der Landstraße und lädt schon im Vorbeifahren zum Träumen ein. 50 SEK kostet eine Tageskarte,  50 SEK für die man – meistens für sich allein – die kleinen Buchten und Inseln, die Schilfgürtel und Untiefen des Furen in Ruhe befischen kann und – mit etwas Glück – Elche beobachten kann, die gerne aus dem Wald zum trinken an den See kommen.

 

Um sich auf die Suche nach den Hechten, Zandern und Barschen des Furen zu machen – die in großer Zahl in dem See leben – ist es gut ein Boot zur Verfügung haben. Ein Außenborder ist praktisch, aber nicht notwendig und auch wenn man mit Außenborder unterwegs ist, sollte man ein paar Ruder an Bord haben, aber dazu später mehr.  Bootsrampen befinden sich im Norden des Sees, an der Straße nach Moheda und im in Süden, im Dörfchen Harlöv. In Harlöv liegen auch Ruderboote, die man vom örtlichen Angelverein ausleihen kann (siehe unten) und nicht zuletzt ist die Anfahrt zu dem Dorf am See über die kleinen Landstraßen sehr schön.

 

Der Furen ist kein tiefer See. Die mittlere Tiefe liegt bei etwa 3 Metern, aber es gibt einige tiefere Bereiche. Im Juni, Juli und August erwärmt sich das flache Wasser relativ schnell, so dass im Sommer die besten Angelzeiten die frühen Morgenstunden und der Abend bis in die Nacht hinein sind. Der Morgen ist im Juni allerdings etwas für Frühaufsteher, denn die Dämmerung beginnt um 3:30 Uhr.

 

Mit Barsch- und Hechtbissen kann man tagsüber trotzdem überall am Furen rechnen. Natürlich ziehen sich besonders die größeren Hechte auch am Furen bei Wärme und starkem Lichteinfall in die kühleren und schattigen Bereiche zurück.  Sehr interessant ist eine kleine Untiefe an der Ostseite der großen südlichen Landzunge (Zone 6 auf der Karte). Nahe dem Ufer liegen ein großer Stein und altes Holz im Wasser. Der Grund fällt schnell bis auf 4,5 Meter ab und am Nachmittag liegt der Platz im Schatten. Nach Süden und Norden erstreckt sich außerdem eine schöne Schilfkante. Wenn man der Schilfkante nach Norden folgt kommt man bald zum tiefsten Punkt des Furen (Zone 1). 

Über der Spitze der großen südlichen Landzunge geht das Wasser bis auf 6,5 Meter hinunter. Mit dem Echolot kann man den Bereich sehr gut genau lokalisieren. Hier kann man tagsüber bei konstantem Wetter grundnah auf Zander angeln. Ein paar Meter weiter fällt das Ufer von der Spitze der Landzunge sehr steil ab. Hier hat der Gummiköder eine lange Absinkphase und auch andere Kunstköder bleiben lange im Sichtfeld der Räuber. Während der Grund der Untiefe klassisches Zanderrevier ist, ist  an der Kante auch mit Hecht und Barsch zu rechnen. Das Revier der Hechte und Barsche setzt sich fort, wenn man der Uferlinie weiter in Richtung Südwesten folgt. Hier wechseln Schilfkanten, kleine Buchten und Inseln die,  je nach Tageszeit,  im Schatten liegen.  Wenn der Wind richtig steht kann man sich an der Uferlinie entlang driften lassen und die Spots gezielt anwerfen. Viele Hechte patrouillieren auch etwas weiter draußen im Freiwasser (Zone 4). Tagsüber ist das eine sehr gute Schleppstrecke für Hecht und mit einsetzender Dämmerung  jagen hier auch Zander.

 

Eine weitere sehr schöne Schleppstrecke ist die Zone 5 am Nordufer des Furen. Im Laufe dieser Strecke gibt es eine Kante. der Gewässergrund steigt dort von 4,5 auf 3 Meter Wassertiefe an. Häufig kommt der Biss direkt an dieser Kante. Hier öffnet sich der See auch in Richtung seines nordöstlichen Armes, den ich selten beangelt habe.

 

Im Westen hinter einer Insel (Zone 3) ist das Wasser etwas 2 – 2,5 Meter tief, es gibt wenig Strukturen aber Muschelbänke über denen sich Hechte und Barsche gerne aufhalten.

 

Der von mir vorgestellte Zentrale Bereich des Furen hat einen Durchmesser von etwa einem Kilometer und alle Plätze sind sehr gut mit einem Ruderboot zu erreichen. Günstige Ruderboote kann man über die Website des örtlichen Angelvereins mieten.

 

Bootsverleih

 

(Wer Fragen hat kann sich gerne bei mir melden).

 

Wer ein Boot mit Außenborder mieten möchte kann das über unsere Website. Gegen eine Anfahrtspauschale bringe ich das Boot (inkl. Motor und Rudern) zum Furen. Natürlich ist der Außenborder praktisch und es ist schön tagsüber über den Furen zu tuckern und auf Hecht zu schleppen, aber wenn die Sonne tiefer steht und sich über dem Furen die Abendstimmung wie eine sanfte Decke ausbreitet, sollte man den Motor ausschalten und die Ruder in die Dollen legen, denn jetzt steigen die Zander langsam aus den tiefen Bereichen des Sees in die oberen Wasserschichten, um zu jagen. Ehrlich gesagt bin ich mir bis heute nicht sicher, wie stark die Scheuchwirkung des Viertakters auf die Zander ist, aber man braucht den Motor nicht um das Boot mit sanften Ruderschlägen auf die notwendigen 1,5 -2 km/h zu beschleunigen und der Motor verändert die abendliche Stille über dem See, die sonst nur von Plätschern der Ruder beim eintauchen in das Wasser unterbrochen wird. 

 

Ausgehend von den Zonen 1 und 2 kann man das Boot in die Zonen 4, 5, 9 und 14 gleiten lassen um die jagenden Zander aufzuspüren. Ein gutes Setup sind zwei Schleppruten mit flachlaufenden Wobblern und eine Spinnrute, zu der man greifen kann, wenn man in einer Schlepppause ein paar Extrawürfe in das Kielwasser und um das Boot herum machen möchte. Auch wenn man bei dieser Art des Schleppangelns die Rute nicht in der Hand hält, ist es meiner Meinung nach eine der schönsten Arten des Schleppangelns.

 

Weitere Information zum Furen und Angelkarten gibt es auf dem Portal ifiske.