10 März Neue Diskussion zum Catch and Release in Schweden
In Schweden ist die Diskussion um ein Verbot oder eine Einschränkung des Catch-and-Release-Angelns (C&R) neu entflammt. Im Zentrum steht die Untersuchung „Eine modernisierte Fischereigesetzgebung“ (SOU 2025:89), die weitreichenden Reformen des schwedischen Fischereigesetzes anstrebt. Dabei geht es um die Frage, wie C&R aus ethischer Sicht durch bessere Handhabungsvorschriften reguliert werden kann, um Stress und Sterblichkeit der Fische zu minimieren.
Die vorgeschlagenen Maßnahmen im Überblick
Handhabungsvorschriften (Ethikkodex): Gesetzliche Regelung, dass Fische vorsichtig behandelt werden müssen, z. B. durch die obligatorische Verwendung von knotenlosen Keschern, nassen Händen/Geräten und schnellem Entfernen des Hakens mit einer Zange.
Verbot von „Trophäenfischen”: Verbieten Sie das Fotografieren, bei dem der Fisch hoch über die Wasseroberfläche gehoben wird (beschädigt die Schleimhaut und die Organe des Fisches).
Temperaturgrenze: Verbieten Sie das gezielte Fischen auf empfindliche Arten (z. B. Hecht), wenn die Wassertemperatur 18–20 Grad überschreitet, da dann die Sterblichkeit der Fische deutlich ansteigt.
Registrierung und Quoten: Einführung einer obligatorischen Registrierung für Freizeitangler und Begrenzung der Anzahl der Fische, die gefangen und wieder freigelassen werden dürfen („Fensterentnahme”).
Schutzzeiten: Ausweitung der Schutzgebiete und -zeiten während der Laichzeit, um den Stress für laichende Fische zu verringern.
Regulierte Ausrüstung: Anforderungen an angepasste Ausrüstung, die ein schnelles Anlanden ermöglicht, und Verbot von Methoden mit hoher Sterblichkeit (z. B. bestimmte Haken, Maulzange).
Grundlage dieser Debatte sind aktuelle Studien, die belegen, dass Fische Stress und Schmerzreize bewusst wahrnehmen können. Die Untersuchung zum neuen Gesetz beziffert die durchschnittliche Sterblichkeitsrate nach dem Zurücksetzen auf etwa 18 Prozent.
Obwohl eine Modernisierung der C&R-Regeln sinnvoll ist, wäre ein striktes Verbot kontraproduktiv. Es gibt keine wissenschaftliche Evidenz, dass ein Verbot die Bestände schützt – im Gegenteil: Ein Entnahmezwang würde den Druck auf die Fischpopulationen massiv erhöhen.
Ein Blick auf die Niederlande zeigt den Erfolg des nachhaltigen Zurücksetzens: Dort ist die Entnahme von Hechten seit über 20 Jahren weitgehend untersagt, was zu außerordentlich stabilen Beständen geführt hat. Da Angeln europaweit ein Trendsport ist und die Zahl der Aktiven steigt, würde ein C&R-Verbot unweigerlich zu einer höheren Entnahmequote führen, was die Artenvielfalt direkt bedroht.
Fazit: Das Gleichgewicht wahren
Betrachtet man die Entwicklung der Hechtbestände in Deutschland zum Beispiel in den Boddengewässern*, die Schmerzforschung und den steigenden Angeldruck in Europa, lassen sich zwei zentrale Schlüsse ziehen:
- Eine Abkehr von C&R in Schweden hätte realistisch betrachtet negative Folgen für die Hechtbestände.
- Es ist absolut wichtig, die Regeln für C&R kontinuierlich an den Stand der Forschung anzupassen, um die Praxis so schonend wie möglich zu gestalten und den Fisch als Lebewesen nicht aus den Augen verlieren. mehr als ein starrer Entnahmezwang.
Mir gefällt der Gedanke, dass wir uns nicht (immer) in dem Gedanken an die Jagd nach dem nächsten Fisch verlieren.
Jeder Angler kennt das Gefühl, welches sich nach dem Fang eines Fisches einstellen kann. Wenn man einfach zufrieden ist. Man sieht den Fisch davonschwimmen und man schaut auf das Wasser. Alles scheint im Lot. Manchmal kann man dieses Gefühl mit nach Hause nehmen, für den Moment besteht kein Grund einen weiteren Fisch zu fangen, alles ist im Gleichgewicht. Bis zum nächsten Mal.
*Studien des Leibniz-Instituts für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB)

