10 März Gewässertipp: Der Rusken
Etwas nordöstlich von Värnamo, eingebettet in die småländische Landschaft, liegt der Rusken. Mit einer Fläche von knapp 34 km² und einer Tiefe von bis zu 16 Metern gehört er zu den größeren Seen der Region. Als Teil des Lagan-Wassersystems besitzt er die für Småland typische braune Färbung.
Die Trübung entsteht durch den Torfeintrag umliegender Moore sowie den eisenhaltigen Boden – und genau diese Bedingungen machen den Rusken – und mit ihm auch andere Seen in der Region – zu fantastischen Zandergewässer, denn der lichtscheue Räuber fühlt sich in diesem „trüben“ Milieu sichtlich wohl. Neben Zandern beherbergt der Rusken große Barsche und kapitale Hechte. Besonders der Hechtbestand des Rusken wird unterschätzt.
Die meisten einheimischen Angler fischen gezielt auf Barsch oder Zander – oft beim Schleppen mit mehreren Ruten oder beim Vertikalangeln, deswegen ist der Hecht dem geringsten Angeldruck ausgesetzt. Auch wenn Catch and Release Angeln in Schweden praktiziert wird, werden sehr gerne ein paar Barsche oder Zander für die Küche mitgenommen, der Hecht genießt von den 3 Fischarten den schlechtesten Ruf als Speisefisch und wird entsprechend wenig befischt oder zurückgesetzt.
Deswegen kann es sich wirklich lohnen Hechte und vor allen Dingen große Hechte am Rusken gezielt zu befischen. Durch den – relativ – geringen Angeldruck haben die Hechte viele Köder noch nicht oft gesehen, große Swimbaits werden hier sicher sehr viel weniger geworfen und geschleppt als schlanke Zanderwobbler. Streamer und Hechtfliegen, egal ob an der Spinnrute oder an der Fliegenrute können auch eine spannende Wahl sein.
Neben den folgenden eingezeichneten Bereichen ist die Uferlinie des Rusken spannend. Gerade im Frühjahr sind die Schilffelder immer einen kurzen Stop wert.
Im freien Wasser sind die blau eingezeichneten tieferen Becken (bis ca. 10 m) östlich der Insel Lindö im Norden sowie im Süden östlich der Inseln Färö und Ålnö empfehlenswert.
Link Tiefenkarte
https://www.smalandreisen.de/wp-content/uploads/angeln-schweden-smaland-ruskensee-tiefenkarte.pdf
Im Bereich der Struktur und der Futterfischwolken, die immer wieder auf dem Echolot auftauchen, kann man hier sehr gut auf Zander angeln.
Jiggen: Meistens reagieren die Zander auf kleine, ruhige Sprünge. Startet am besten mit 8–10 cm langen Shads. In dem bräunlichen Wasser Farben wie Firetiger, Gelb oder starke Kontraste oft die beste Wahl
Vertikalangeln ohne High End Echolot: Man muss den einzelnen Fisch nicht immer gezielt anfischen. Sucht euch Echolot-Sicheln am Grund und lasst euch über den Bereich treiben. Wählt den Bleikopf schwer genug (mind. 30g), damit der Köder direkt unter dem Boot bleibt. Den Shad lässt man einfach bis zum Grund laufen, und dann eine Kurbelumdrehung nach oben und los geht es.
Gerade die westlich der Inseln eingezeichneten blauen Bereiche sind bei leichtem südlichem Wind (2 Beaufort) wunderbar für diese sehr entspannte Art des Fischens geeignet.
Die Hechte halten sich auch an diesen Strukturen auf. Dort wo das Wasser von 2-4 Meter auf 8 Meter und tiefer abfällt, ziehen die großen Hechte auf der Nahrungssuche entlang und man muss als Beifang beim Zanderangeln jederzeit mit Ihnen rechnen.
Obwohl ich das Werfen liebe, ist das Schleppen an manchen Tagen klar im Vorteil: Man sucht eine größere Fläche ab und der Köder bleibt länger im Sichtfeld. Hechte (und auch Zander) sind oft nicht sehr entschlussfreudig, wenn sie nicht durch einen plötzlichen Reiz spontan beißen, folgen sie dem Köder oft eine lange Strecke; während ein geworfener Köder dann bald aus dem Wasser gehoben wird, hat der Räuber beim Schleppen mehr Zeit, sich doch noch für die Attacke zu entscheiden.
Interessant ist auch der Bereich östlich der Insel Ålnö mit der kleinen Insel Ramlaholm und der Abbruchkante in das östliche Becken und der Bereich zwischen den Inseln. Die Wassertiefe variiert hier zwischen 2 und 5 Metern, an der östlichen Kante geht es auf über 12 Meter runter. Man kann in diesem Gebiet beißen alle drei Raubfischarten, Hecht, Zander und Barsch.
Mit dem Frontmotor kann man die Strukturen sehr gezielt anfahren und mit guter Echolottechnologie, z.B. mit dem Side Scan kann man das Boot optimal zu Strukturen stellen, aber es ist auch mal schön nicht dauernd auf die Geräte zu schauen, sondern einfach verscheiden Driften über das Gebiet zu machen und das Wasser und die Natur zu betrachten. Vielleicht fängt man den einen oder anderen Fisch weniger, aber irgendwie bleibt einem viel mehr Zeit.

