03 März Fliegenfischen auf Hecht
Es spricht nichts dagegen die Spinnrute einmal gegen die Fliegenrute einzutauschen, wenn man sich für den nächsten Ausflug zum Fischen vorbereitet. Natürlich lassen sich viele der bunten Hechtfliegen auch mit der Spinnrute führen und sie gehören eigentlich in jede gut sortierte Köderkiste zwischen Jerks und Wobbler. Doch wer einmal den Einschlag eines Hechtes an der Fliegenrute erlebt hat, weiß: Dieses Erlebnis ist an Intensität kaum zu übertreffen. Kaum ein Raubfisch hat einen so aggressiven Biss wie der Hecht und der Drill eines großen Hechtes an der Fliegenrute ist ein außergewöhnliches Erlebnis. Und tatsächlich ist es relativ einfach, erfolgreich mit der Fliegenrute auf Hecht zu angeln. Wer ein Boot hat, ist für den Anfang im Vorteil- es gibt weniger Hindernisse (gerade im Rücken) und die Würfe müssen weniger exakt sein – doch auch mit der Wathose oder direkt vom Ufer aus ist man erfolgreich – oft erfolgt der Biss ohnehin direkt vor den Füßen, sodass die anfangs noch fehlende Wurfweite kaum ins Gewicht fällt.
Zur Ausrüstung:
Wer sich eine Ausrüstung zum Fliegenfischen auf Hecht zulegen möchte, muss für ein ordentliches Einsteiger Set up etwa 300 EUR einplanen, Rute, Rolle, Schnur, Vorfächer, Hechtfliegen und Korb, etc.. Es ist wichtig, dass die Rute gut auf die Schnur abgestimmt ist, erstens wegen des Verhältnisses Gewicht der Schnur/Wurfgewicht der Rute und wenn es darum geht in welcher Tiefe die Hechtfliege angeboten werden soll.
Ich würde Einsteigern eine einhändige 7er oder 8er Fliegenrute empfehlen, und die Schnur eine Gewichtsklasse höher, als die Rute, da das das Werfen am Anfang erleichtert. Zum Hechtfischen werden in der Regel WF (Weight Forward) Schnüre/ Keulenschnüre eingesetzt, mit denen sich die großen Hechtfliegen gut werfen lassen. Weitere typische Fragestellungen zur Schnur sind dann: Nehme ich die Intermediate, mit der ich in Tiefen 0,5 – 3 Meter gut klarkomme oder eine Sink 3, die ich – wenn ich etwas schneller strippe – auch im flachen angeln kann, die aber auch problemlos auf 4 Meter runtergeht. Und die Fliegenrute ist variabel, mit der richtigen Fliegenschnur kann man die Fliege, wenn man möchte auch in tiefen Regionen eines Gewässers hinunterbringen. Ich möchte an dieser Stelle keinen konkreten Produktempfehlungen wiederholen, die man einfach im www. finden oder besser noch im Angelgeschäft seiner Wahl erhalten kann, nur so viel: das leichte Gerät fügt dem schönsten Hobby der Welt eine phantastische weitere Dimension hinzu.
Überall dort wo man Hechte auch beim Spinnfischen erwartet, kann man sie wunderbar und gezielt mit der Fliegenrute beangeln. Wenn man mit dem Boot unterwegs ist, kann man die typischen Spots sehr gut anfahren, aber auch vom Ufer aus gibt viele Bereiche in Seen, in denen man die Hechte in Wassertiefen von 0,5 – 3 Meter findet. Gerade viele schwedische Seen, mit ihren von Steinen durchzogenen flachen Buchten und Schilffeldern sind sehr gut für das Watangeln mit der Fliegenrute geeignet
Tatsächlich sehe ich hier in Schweden nicht viele Angler, die mit Hechtfliegen fischen, weder an der Fliegenrute noch an der Spinnrute, die Hechte kennen die lautlos im Wasser schwebenden Köder nicht gut und das ist manchmal der Schlüssel für einen tollen Tag auf dem Wasser. Typische Hechtfliegen/Streamer sind 15cm – 25cm lang. Neben der Möglichkeit Hechtfliegen selber zu binden, gibt es genau wie bei Hardbaits unendlich viele verschiedene Dekore. Ich persönlich fische gerne mit Fliegen im Barsch Design, mit dunklen Dekoren, die aber gerne reflektierende Elemente enthalten dürfen.
Zur Technik:
Man kann das Werfen direkt am Wasser üben, oder im Garten, im Park auf einer Wiese. Es gibt zahlreiche Tutorials. Ein Kurs kann Spaß machen und es ist ein befriedigendes Gefühl wenn die Schnur sich streckt und die Fliege dort landet, wo sie soll. Das Üben am Wasser hat einen Vorteil: Es interessiert den Hecht nicht, wie gut der Wurf war, wenn der Köder nur irgendwie in sein Blickfeld landet, wird er sich wahrscheinlich für sie interessieren..
Mein Tipp: Für den letztendlichen Wurf, also den Moment, in dem man nicht wieder zurückschwingt, sondern die Fliege in Richtung des anvisierten Spots auf dem Wasser fliegen lässt, kann man sich vorstellen, man hält einen Stock in der Hand auf dem ein Apfel liegt, den man mit seinem Handkatapult werfen möchte. Damit der Apfel im richtigen Moment und im richtigen Winkel losfliegt bzw. analog die Schnur die Energie gut aufnimmt und sich streckt ist es wichtig, die Fliegenrute – wie das Katapult – im richtigen Moment abrupt abzustoppen. Dabei muss für den Wurf nicht mehr Kraft aufgewandt werden als für die Schwünge zuvor.

